Der Lautlinger Viadukt wurde zwischen 1875 und 1878 nach Plänen des für den gesamten Bahnbau zuständigen Oberbaurats von Schlierholz als Steinkonstruktion ausgeführt. Er ist 77,35m lang und liegt in einer Kurve von 350m Halbmesser; die Steigung beträgt 1:45. Die Spannweiten der fünf Öffnungen beträgt jeweils 12,00m bei einer Scheitelhöhe von 15,80m bis 17,20m über dem Grund. Der Viadukt ist aus heimischem Kalkstein errichtet und an den Pfeiler beziehungsweise Bogenkanten wirkungsvoll zweifarbig abgesetzt.
Der Lautlinger Viadukt, die zweitgrößte steinerne Eisenbahnbrücke Württembergs nach dem zwanzig Jahre älteren Enzviadukt bei Bietigheim, ist gleichzeitig eine der letzten großen steinernen Bogenbrücken, die vor dem Siegeszug von Eisen und Betonkonstruktionen im Lande errichtet wurden; als Beispiel für den seinerzeitigen hohen Stand der Technik auf diesem Gebiet, aber auch als besonders elegantes Beispiel für die Brückenbaukunst jener Zeit ist der Lautlinger Viadukt ein Kulturdenkmal aus wissenschaftlichen (technikgeschichtlichen) und künstlerischen Gründen; an seiner Erhaltung besteht insbesondere wegen seines dokumentarischen und exemplarischen Wertes ein öffentliches Interesse.
Im Zuge einer Regelbegutachtung wurde beim Lautlinger Viadukt festgestellt, dass sich Risse an den Widerlagern gebildet haben. Eine Sofortmaßnahme war nötig.
Die Risse wurden verpresst bzw. instandgesetzt.
Des Weiteren wurden die Widerlager mit nicht vorgespannten Ankern in Lage gesichert. Die Anker verlaufen horizontal unter dem Bahnkörper und werden mittels U220 verankert. Die horizontalen Anker wurden durch zielgerichtete Bohrungen durch die mit Suspension verfüllten Widerlager eingebracht. Die Stahlträger U220 wurden in Wandschlitzen an den Widerlagern nach Einbau der horizontalen Anker eingebaut und die Schlitze wurden mit Fließmörtel ausgegossen.
Die horizontalen Anker haben einen Doppelten Korrosionsschutz.
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